Veranstaltungen

Der AK PLuS organisiert in unregelmäßigen Abständen öffentliche Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen zur Lebenssituation von Lesben, Schwulen, Bi- Inter- und Transidentischen Menschen in Bremen.

Fair behandelt oder diskriminiert?!

12.11.2015: Talkrunde - Fair behandelt oder diskriminiert?! - LSBTI in der Arbeitswelt

Seit 2006 besteht in Deutschland ein arbeitsrechtliches Benachteiligungsverbot (AGG). Dieses betrifft auch die sexuelle Orientierung und Identität. Zudem befassen sich Unternehmen und Institutionen mit Diversity Management oder treten der Charta der Vielfalt bei, um ihr Engagement für eine vorurteilsfreie Unternehmenskultur zu zeigen. Eignen sich diese Maßnahmen, um Homo- und Transphobie in der Arbeitswelt entgegenzuwirken? Was hat sich für Lesben, Schwule und Trans*Menschen im beruflichen Kontext verändert? Existieren weiterhin Benachteiligungen durch Vorgesetzte und/oder Ablehnungen von Kolleg*innen, wenn sich LSBTI-Menschen zu erkennen geben? Schadet das Outing am Arbeitsplatz heute noch der Karriere oder gibt es wertschätzende Reaktionen? Diese Fragen möchten wir mit unseren Gästen diskutieren. 

Auf dem Podium:

Almut Dietrich, lebt in Bremen, ist Mitarbeiterin der Arbeitsstelle gegen Diskriminierung und Gewalt (ADE), Universität Bremen

Jonas Hamm, lebt in Berlin, ist Mitarbeiter von QUEER LEBEN Berlin, Beratungsstelle für Inter* und Trans* und queer lebende Menschen. Mitbegründer von Trans*Recht e.V.

Florian Meinhold, lebt in Köln und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Instituts für Diversity- und Antidiskriminierungsforschung

Bernd Ostermayer, lebt in Berlin und ist Verbandsreferent des Völklinger Kreises (VK) und Koordinator der Studie „Diversity Management in Deutschland“

Dr. Anke Saebetzki, lebt in Bremen und ist die Leiterin für das Personal- und Verwaltungsmanagement bei der Senatorin für Finanzen

Moderatorin: Anneliese Niehoff, leitet das Referat Chancengleichheit / Antidiskriminierung der Universität Bremen

 

Unterschätzt - verharmlost - ignoriert

19.11.2014: Talkrunde

Bei dem Wort Homophobie denken viele an gewalttätige Übergriffe auf Lesben und Schwule. Für andere scheint sie kein Thema mehr zu sein, seitdem sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Deutschland immer sichtbarer wird und es ein Antidiskriminierungsgesetz gibt. Wo hört Toleranz auf und wo fängt Homophobie an? Und wie ist sie im Alltag zu beobachten?
Können sich Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- oder intergeschlechtliche Menschen in ihrem Sportverein oder in ihrer Kirchengemeinde outen, ohne ausgegrenzt zu werden? Und wie wird reagiert, wenn Lesben und Schwule Kinder adoptieren wollen? Warum gibt es trotz zunehmender öffentlicher Akzeptanz im Alltag dennoch immer wieder auch Anfeindungen oder gewaltsame Angriffe? Dazu diskutierten Experte_innen aus den Bereichen Polizei, Kirche und Fußball auf Einladung des Arbeitskreis Arbeitskreis Politik für Lesben und Schwule, Bi-, Inter- und Trans-identitäten.

 

Auf dem Podium:

Ruth Heß, Gleichstellungsbeauftragte der Bremischen Evangelischen Kirche.

Dr. Ulrich Klocke, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, zahlreiche Veröffentlichungen zu LGBTI.

Tanja Walther-Ahrens, lebt in Berlin, ist Sportwissenschaftlerin und war Profifußballerin. Sie bekam den Tolerantia-Preis 2008 zusammen mit Theo Zwanziger.

Jürgen Osmers, stellvertretender Leiter des Landeskriminalamts Bremen beim Senator für Inneres und Sport

Moderatorin: Gudrun Fischer, Journalistin, Themen: Umwelt, Brasilien, LGBTI

Akzeptiert oder abgelehnt?

29.10.2013: Talkrunde - Akzeptiert oder abgelehnt? Regenbogenfamilien in Deutschland

Die heutige Familienlandschaft ist vielfältig und längst sind Regenbogenfamilien ein Teil davon. Ob als Paar, allein erziehend oder in lesbisch-schwuler Elternschaft, immer mehr Lesben und Schwule verwirklichen trotz rechtlicher Benachteiligung selbstbewusst ihren Kinderwunsch und leben mit ihren leiblichen Kindern oder mit Pflege- oder Adoptivkindern. Aber was haben Regenbogenfamilien mit anderen Familien eigentlich gemeinsam und wo und wie unterscheiden sie sich?
Welche Herausforderungen haben Lesben und Schwule bei der Realisierung ihres Kinderwunsches zu bewältigen? Welche rechtlichen und sozialen Hürden zeigen sich im Alltag von Regenbogenfamilien?
Welche Unterstützungsmöglichkeiten für Lesben und Schwule mit Kindern gibt es bereits und welche Bedürfnisse sind noch unerfüllt? Wie reagieren beratende, bildende und behördliche Institutionen in Bremen auf Regenbogenfamilien? Diesen und weiteren Fragen wollen wir in der Talkrunde nachgehen. 

Der Einladung des Arbeitskreis Politik für Lesben und Schwule, Bi-, Inter- und Trans-identitäten sind dazu verschiedene Expert_innen siwie Verrterter_innen aus Politik und Gesellschaft gefolgt und haben mit den zahlreich anwesenden Gästen dazu diskutiert.

 

Auf dem Podium:

Andrea Frenzel-Heiduck, Referatsleitung Bürgerengagement, Selbsthilfe und Familienpolitik bei der Bremer Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen; Geschäftsführung Bremer Bündnis für Familie, Bremen

Alexandra Gosemärker, Rechtsanwältin und Autorin des Lebenspartnerschaftsratgebers »Erst Recht«, Berlin

Elke Janz, Mutter, lebt in Bremen

Constanze Körner, LSVD Berlin-Brandenburg, Leiterin des Regenbogenfamilienzentrums, Berlin

Uwe Lüken, Vater, lebt in Bremen

Moderatorin: Ulrike Bendrat, Journalistin, Bremen

 

Altern unterm Regenbogen

Wie werden die Bedürfnisse von Lesben und Schwulen im Alter berücksichtigt? Welche Maßnahmen und Förderprojekte gibt es in Bremen und was muss noch getan werden?

Der AK PLuS (Arbeitskreis Politik für Lesben und Schwule, Bi-, Inter- und Trans-identitäten) hatte eingeladen zu einer Podiumsdiskussion am 27.11.2012 in die Weserterrassen und 150 Interessierte kamen!

Dies große Interesse an alternativen Wohn- und Betreuungsperspektiven hat gezeigt, dass sich hier viele Fragen stellen, die es zu beantworten gilt. Welche Wohnperspektiven es bisher in Bremen gibt, musste mit einem dicken Fragezeichen versehen werden. Es gibt bisher kein Problembewusstsein in Bezug auf Betreuung von Nicht-Heterosexuellen in Bremen.

 

Carolina Brauckmann aus Köln stellte die Kölner „Villa Anders“ vor, ein schwul-lesbisches Wohnprojekt, das aber kein Pflegeheim ist, sondern ein Haus für aktive ältere Menschen, die nicht allein leben möchten.

Marco Pulver berichtete vom „Lebensort Vielfalt“ in Berlin, ein Mehrgenerationenhaus, in dem 35 Menschen leben, davon eine Demenz-WG für Schwule. Das Miteinander funktioniere gut.

Hannes Böttjer arbeitet als Beschäftigungstherapeut in Altenheimen und weiß, dass viele Lesben und Schwule in Heimen „versteckt“ leben. Es geht also wesentlich darum, dass mit dem Versteckspiel endgültig aufgehört werden muss. Die Biografiearbeit der alten Menschen sollte in jedem Heim eine große Rolle spielen. Kein Betroffener und keine Betroffene aus einem Heim fand sich bereit, auf dem Podium zu sitzen, um seine oder ihre Erfahrungen mitzuteilen.

Sabine Nowak als Vertreterin des Senats stellte fest, dass das Thema Homosexualität im Ausbildungsplan der Altenpflegeschülerinnen vorkomme. Im Beratungsheft „Älter werden in Bremen“ sollen demnächst Interessen der Nicht-Heterosexuellen aufgenommen werden. Die Gruppen können sich dort vorstellen.

Der Wunsch, dass Lesben und Schwule „normal“ leben und alt werden können, ohne sich zu verstecken oder zu rechtfertigen, muss erfüllbar werden. Natürlich steckt bei vielen Alten noch die Angst während der Nazizeit und der Nachkriegszeit in den Knochen mit den Verfolgungen und Diskriminierungen. Die Podiumsdiskussion wurde stark belebt von Fragen und Anregungen aus dem Publikum. Vor allem die Finanzierung solcher Projekte war ein wichtiger Aspekt. Marco Pulver erklärte, dass das Projekt in Berlin einen langen Weg gehen musste, der sich aber gelohnt habe, sie haben eine Warteliste von 250 Menschen!

Nach 2 Stunden gab es noch weiteren Redebedarf, der von der souverän agierenden Moderatorin Ulrike Bendrat gestoppt werden musste. Bei Bier und Wein und heißem Wasser ging es mit Blick auf die Weser an einzelnen Tischen weiter. Ein Anfang ist damit gemacht.

Jetzt heißt es, Interessengruppen zu bilden, Forderungen zu formulieren, an den Senat heranzutreten, Vorschläge zu machen. Dem Heft „Älter werden in Bremen“ neue Aspekte hinzuzufügen, um ein Problembewusstsein zu schaffen und damit für Veränderungen zu sorgen.

Es hörte sich so an, dass von Seiten der Politik großes Interesse und auch große Bereitschaft bestehe. 

Wahlprüfsteine 2011

Was tun die Parteien dafür, dass lesbische und schwule Lebensweisen als selbstverständliche Lebensformen akzeptiert werden?

Zu diesem Thema lud der AK PLuS (Arbeitskreis Lesben und Schwule) am 3. Mai 2011 um 19 Uhr zu einer Podiumsdiskussion ins Bürgerhaus Weserterrassen ein. Kurz vor der Landtagswahl in Bremen im Mai 2011 stellten sich Spitzenpolitikerinnen und -politiker aller Parteien den Fragen des Arbeitskreises und des interessierten Publikums. 110 Personen waren gekommen.

wahlpruefsteine 400bZu drei Themen sollten die Eingeladenen Stellung beziehen: die Situation an Schulen bzgl. Homophobie, Gewalt gegen Lesben und Schwule in der Öffentlichkeit und Sichtbarmachung von Lesben und Schwulen im Land Bremen. Fragen waren konkret z.B. „Welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um Diskriminierung und Gewalt an Schulen und Kindergärten abzubauen?" oder „Welche Konzepte die Eingeladenen zur Verbesserung der Prävention von Straftaten und deren Verfolgung gegen Lesben, Schwule und Transgender haben?" und auch „Welche Art von Öffentlichkeitsarbeit sie planen, um gleichgeschlechtliche Lebensweisen als selbstverständlich darzustellen?". Auf dem Podium äußerten sich dazu Claudia Bernhard (Die Linke), Björn Fecker (Bündnis 90 / Die GRÜNEN), Dr. Oliver Möllenstedt (FDP), Rita Mohr-Lüllmann (CDU) und Björn Tschöpe (SPD).

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