Lebenssituation im Alter

Für Bremer Lesben, Schwule und Bisexuelle ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Alter sehr wichtig – selbst in der Altersgruppe der Unter-25-Jährigen haben sich bereits über 70% mit dem Thema befasst.

Insgesamt schätzen sie ihre Situation im Alter pessimistisch ein. Insbesondere Einsamkeit und Isolation sind bedeutsame Themen im Zusammenhang mit Altwerden und Altsein. Die Mehrheit glaubt, dass sie im Alter nicht über ausreichende soziale Kontakte verfügen wird. Dies ist für schwule/bisexuelle Männer umso bedeutsamer, da sie erwarten, in ihren eigenen Zusammenhängen früh sozial zu altern. Zudem steht für die meisten Lesben und Schwulen im Alter in der Regel kein (herkunfts-)familiäres Unterstützungssystem mehr zur Verfügung. Ähnlich wie bei kinderlosen heterosexuellen Paaren erhält die Partnerin oder der Partner folglich einen hohen Stellenwert in der (Mit-)Versorgung. Wenn es im Alter keine Lebenspartnerschaft gibt oder es zum Verlust der Partnerin/des Partners kommt, ist das gravierend.

Für Lesben, Schwule und Bisexuelle werden daher freundschaftliche Beziehungen umso wichtiger. Besteht hier ebenfalls ein Defizit, ist das für die psychosoziale Situation äußerst bedenklich. Insbesondere da etwa die Hälfte aller Befragten angibt, dass sie davon ausgehen, dass mit zunehmenden Alter die Gelegenheit neue soziale Kontakte zu knüpfen abnimmt.

Hier besteht großer Handlungsbedarf – insbesondere für die lesbisch-schwule Selbsthilfe.